Schweizer Monat
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Der Historiker Niall Ferguson sucht im Rauschen der Ereignisse nach Signalen, die den Menschen prägen. Und er stellt die Frage: Was, wenn es anders gekommen wäre? Ein persönlicher Schnelldurchlauf durch die Geschichte: von A wie AJP Taylor über N wie neutrale Schweiz bis Z wie Led Zeppelin.
Von Florian Rittmeyer, Niall Ferguson

Niall Ferguson, photographiert von Giorgio von Arb.

Herr Ferguson, wünschen Sie manchmal, Sie könnten Ihr Gehirn ausschalten und zwischendurch das Leben eines Halb- oder Unwissenden geniessen?
Wie kommen Sie darauf?
Sie waren 48 Stunden nonstop unterwegs, Rede reiht sich an Rede, Auftritt an Auftritt. Und sonst reiht sich Aufsatz an Aufsatz, Buch an Buch...
...Übung macht den Meister! Ich liebe es, wenn das Gehirn auf Hochtouren läuft. Als ich ein kleiner Junge war, trug mir meine Mutter jeweils ein Gedicht des...
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Weshalb der Wirbel? Weil «Capital in the Twenty-First Century» an animalische Instinkte appelliert. Doch die Debatte verläuft entlang klassischer ideologischer Linien. Dies zeugt von Denkfaulheit. Und lenkt davon ab, dass auf die Wohltätigkeit von Selfmade-Milliardären mehr Verlass ist als auf eine Vermögenssteuer.
Von Simon M. Ingold

Simon Ingold, photographiert von Thomas Burla.

Capital in the Twenty-First Century» ist eine publizistische Sensation. Trotz eines Umfangs von 696 Seiten steht es auf Platz vier der meistverkauften Bücher bei Amazon weltweit. Eine Suche des Titels auf Google ergibt knapp 100 Millionen Treffer. Weshalb ist es zu dieser unvergleichlichen Resonanz gekommen?
Thomas Pikettys Buch lässt sich schwer einordnen. Es entspricht nicht den gängigen Trends jener Wirtschaftsliteratur, die Breitenwirkung entfaltet: der...
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Der Dichter Durs Grünbein polarisiert: seine Gedichte werden von Kritikern ebenso oft ausgezeichnet wie der altertümelnden Gelehrsamkeit bezichtigt. Auf dem Monte Verità gibt er sich entspannt, kritisiert den heisslaufenden Literaturbetrieb – und plant die eigene Künstlerkolonie.
Von Michael Wiederstein, Durs Grünbein

Durs Grünbein, photographiert von Vangelis Patsialos.

Herr Grünbein, wir sitzen auf einer noch sonnenwarmen Granitbank unter Tessiner Palmen auf dem Monte Verità. Hier probten Lebens­reformer vor 100 Jahren den Aufstand gegen Kommerz und Industrialisierung: der Dichter und Anarchist Erich Mühsam verfluchte beim Nacktgärtnern die «verkommenen» Grossstädte, Hermann Hesse kurierte in einer Waldhöhle sein Zivilisationsleiden, bald drauf revolutionierte Rudolf von Laban von Ascona aus den Ausdruckstanz,...
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Welche Technologien soll die Politik wie fördern, um die Energieversorgung des Landes zu gewährleisten? Würde man hierzu am besten ganz auf den Import setzen? Doris Leuthard beantwortet Fragen, die sich aus unserem Energiedossier (Juni 2014) ergeben haben.
Von René Scheu, Doris Leuthard

Doris Leuthard, photographiert von Paul Ronga.

Frau Leuthard, was genau hat Sie veranlasst, Ihre Position zur Kernenergie nach dem Reaktorunglück von Fukushima zu ändern?
Der Bundesrat hat einen Grundsatzentscheid für den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie getroffen, der auch durch das Parlament bestätigt wurde. In der Energiestrategie 2050 will der Bundesrat deswegen das Kernenergiegesetz dahingehend ändern, dass keine Rahmenbewilligungen für den Bau neuer Kernkraftwerke mehr erteilt werden...
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Sind Sportler die letzten Helden unserer Zeit? Oder bloss gedopte Entertainer? Ein Gespräch dreier Leistungsdenker über den Sport als lebenssteigerndes Mittel und Merkmal der Moderne – und die traditionelle Leibesverachtung der Intellektuellen.
Von Peter Sloterdijk, Hans Ulrich Gumbrecht , Gunter Gebauer

Hans Ulrich Gumbrecht, photographiert von Ueli Kaenzig / BASPO.

Hält man sich an Rudi Völler, ist die Sache einfach: «Es gibt nur eine einzige Wahrheit und Philosophie, das ist die auf dem Platz.» Wir sind nun nicht auf dem Platz, sondern in einer Runde von Philosophen und wollen die Faszination ergründen, die das Phänomen «Sport» auf uns alle ausübt. Beginnen wir bei Ihnen, Herr Gebauer: Was ist es, das Sie am Sport fesselt?
Gunter Gebauer: Da bin ich im Grunde genommen gar nicht weit weg von Rudi...
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Sie stickt und malt mit Wachs, baut aber auch Skulpturen aus Spiegelglas: die Ästhetik Loredana Sperinis ist trotz häufigen Material- und Medienwechsels einzigartig. Zweifel begleiteten ihren Weg, heute bringt die international erfolgreiche Künstlerin aber Schaffen, Galerie und sogar Familie unter einen Hut. Wie das?
Von Nadine Wietlisbach, Loredana Sperini

Loredana Sperini: Untitled.

Lange war Loredana Sperini die «Künstlerin, die stickend zeichnet», damit bist du bekannt geworden. Zwar warst du nicht die einzige Kunstschaffende, die sich dieses Mediums bedient hat, ich denke an Rosemarie Trockel oder Ghada Amer –, und du hast dich immer klar dieser Zuordnung zur Textilkunst verweigert. Vielleicht, weil sich deine Kunst auch immer wieder stark verändert hat. Wie kamst du vom Lichtbild zum Stickbild in den dreidimensionalen Raum des...
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Was die modernen Schweizer eigentlich ausmacht, ist ihre Lernfähigkeit. Doch warum verkennen wir heute die vergangene Rolle von Krieg, Glück und Zufall? Und warum haben kritische Patrioten Mühe, den Wert des Alpenmythos zu schätzen?
Von Thomas Zaugg

Thomas Zaugg (privat)

Auch wenn wir manchmal gegen sie ankommen, sind wir Familiengeschichten, an die wir uns erinnern. Einmal, zweimal fand der Vater meiner Mutter wieder «nach Hause», wie er es nannte. Er wusste noch, dass ihn das Taxi nach Zürich-Seebach bringen würde. In seinem Häuschen angekommen, suchte der Grossvater nach der Katze, vielleicht auch nach der Briefmarkensammlung oder nach seiner Kollektion aufgespiesster Schmetterlinge, bevor sie ihn ins Pflegeheim zurückbrachten....
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Mindestens zwei Seelen wohnen in Helvetias Brust. Stolz auf ihre Institutionen auf der einen und gekränkt durch ihre Kleinheit auf der anderen Seite, hat die Schweiz heute die Wahl: entweder sie zieht sich ins Freilichtmuseum zurück oder sie zeigt Mut zur Erneuerung. Reformvorschläge eines nüchternen Optimisten.
Von Georg Kohler

Georg Kohler, photographiert von Philipp Baer.

Jede tragfähige politische Einheit – ein Land, ein Nationalstaat, in unserem Fall die Schweiz – stützt sich auf Zusammengehörigkeitsgefühle, auf ein Wir-Verständnis, das von normativen Überzeugungen und Werten bestimmt ist. Zu den Vorstellungen des gemeinsamen Konsenses gehört auch die Bereitschaft, um der Zusammengehörigkeit willen Leistungen zu erbringen, die blosses Privatinteresse übersteigen. Inhaltliche Überzeugungen und...
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Zu einem WIR gehören zwei: ein DU und ein ICH. Um dem WIR auf die Spur zu kommen, müssen wir uns unterhalten.
Von Michael Stauffer

Michael Stauffer, photographiert von Tobias Bohm.

Liebe Leser, liebe Leserin, ICH möchte etwas schreiben, das nicht vorfabriziert ist. ICH werde mich erfolgreich weigern, ein goldenes Das-sind-WIR-Deutungs-Ei zu legen. Wer solche goldenen Deutungseier legt, ohne vorher bei DIR, lieber Leser, nachzufragen,  ist ein eitler Gockel, der besser zu Hause bleiben und sein in Falten gelegtes Gesicht bestaunen sollte. Es ist doch klar, dass so gelegte Das-sind-WIR-Deutungs-Eier immerzu das gleiche, abgestandene Alte transportieren. Und, lieber...
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Von Nicola Forster
Brasilien, Sommer 2014. Die Schweiz spielt nicht nur im Stadion, sondern vor allem auch ausserhalb: Präsenz Schweiz plant, bis zur nächsten Olympiade mit einem «House of Switzerland» durch Brasilien zu touren, Swissnex hat soeben einen Schweizer Innovations- und Technologiehub in Rio eröffnet und Pro Helvetia möchte künftig Schweizer Künstlern eine attraktive brasilianische Bühne bieten. Da gerät der Fussball schon mal zur Nebensache. Doch wir... » Mehr
Von Tomáš Sedláček
Es gibt derzeit kaum Anreize für Staaten, ihre Schulden abzubauen – denn wer damit beginnt, signalisiert: bei uns ist nichts mehr zu holen, uns geht es schlecht. Und man erleidet womöglich einen Nachteil mit dem Abbau der Schulden, wenn es zum Beispiel doch irgendwann zu einem Schuldenschnitt kommen sollte.
Wenn Sie als Alkoholiker aufhören wollen zu trinken, dann ist es am besten, Sie überzeugen Ihre Freunde davon, mit Ihnen aufzuhören. Damit meine ich –... » Mehr
Von Mirjam B. Teitler
Seit dem Google-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ist das «Recht auf Vergessen» in aller Munde. Was steckt dahinter? Mit dem Entscheid haben die Richter entschieden, dass Google einen Link zu einem (persönlichkeitsverletzenden) Suchresultat nicht zugänglich machen darf. Aber: Es gibt weder in den schweizerischen noch in den europäischen Rechtsordnungen ein grundsätzliches Recht auf Vergessen.
Das sogenannte Recht auf Vergessen ist vielmehr das... » Mehr
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