Schweizer Monat
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Warum hart erkämpfte Freiheiten in der Welt und in Europa heute wieder bedroht sind – und was dagegen unternommen werden kann.
Von Michael Wiederstein, Timothy Garton Ash

Timothy Garton Ash, photographiert von Thomas Burla.

Herr Garton Ash, Sie bezeichnen sich als klassisch-liberal. So würde ich mich auch selbst bezeichnen. Allerdings: warum eigentlich der Zusatz «klassisch»? Tut es «liberal» als Haltungsbeschreibung heute nicht mehr?Ich bin mit Herz und Verstand ein überzeugter englisch-europäischer Liberaler. Wenn man sich so bezeichnet, vor allem in meinem Alter, Anfang 60, hat man über die letzten vierzig Jahre einen unglaublichen und erfreulichen Vorwärtsmarsch...
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Individualismus, Eigenverantwortung und Libertinage? Nicht beim Kleidungsstil: hier regieren die rigiden Codes des Establishments. Ein politisches Lager im Style-Check.
Von Jeroen van Rooijen

Jeroen van Rooijen, photographiert von Piero Istrice.

Der (oder die) Liberale ist ein freier Mensch, der frei denken und frei handeln will. Aus meiner Warte des politisch nur mässig engagierten Modebeobachters würde ich das mit einem sehr individualistischen Kleidungsstil zusammenbringen, mit einer Gruppe von Menschen, die sich nicht nur voneinander, sondern auch von allen anderen völlig unterscheiden. Vor meinem geistigen Auge erscheint etwa eine verwitterte Gestalt, die auf alle Regeln pfeift, langes graues Haar trägt und...
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Herausforderungen der Menschheit: Die nächsten 100 Jahre.
Von Angus Deaton

Angus Deaton, photographiert von Stéphane Lagoutte / Challenges-REA / laif.

Als John Maynard Keynes seinen berühmten Essay «Economic Possibilities for Our Grandchildren» schrieb, waren die Zeiten hart und die Zukunftsaussichten düster. Deshalb warnte er seine Leser, die nahe Zukunft nicht mit der fernen Zukunft zu verwechseln, und versicherte ihnen, die langfristigen Rahmenbedingungen immerhin seien solide: Der technische Fortschritt, der die Menschheit so weit gebracht habe, würde sie zweifellos noch viel weiter bringen. Schon Keynes...
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Die grosse Stärke Europas ist die Vielfalt. Bloss: was fängt der Kontinent damit an?
Von Michael Schindhelm, Olivia Kühni

Michael Schindhelm, photographiert von Aurore Belkin.

An manchen Tagen scheint es, als wären dunkle Geister der Vergangenheit zurückgekehrt: Nach drei Jahrzehnten mit immer mehr Freiheit, Wohlstand und Unordnung – nach drei Jahrzehnten der Ökonomie – geht es in der westlichen Welt plötzlich wieder um Themen, die man längst vergessen glaubte: um den Stolz von Patriarchen, um Religion, Angst. Es sind Geister, die sich mit rationalen und wissenschaftlichen Mitteln alleine nicht verstehen lassen. Dazu braucht es die...
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Wenn das liberale Lager so gross ist, wie es sich in der Öffentlichkeit darstellt, muss es endlich politische Erfolge erzielen.
Von Ronnie Grob
Gibt es hierzulande noch Menschen, die sich nicht für liberal halten? Andrea Stauffacher vom Revolutionären Aufbau Schweiz dürfte zu nennen sein oder vielleicht Vitus Huonder, der Bischof von Chur – bekennende Nichtliberale sind auf eine kleine Randgruppe geschrumpft. Leute, die sich für liberal halten, bevölkern dagegen heute die Juso, die Auns, die CVP, die SVP. Nicht nur Walter Wobmann von der Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» steht... » Mehr
Im Superkunstjahr 2017 war unser Kunstkorrespondent auf «Grand Tour» quer durch Europa und berichtet von der erstmals in zwei Städten stattfindenden Documenta 14 aus Athen und Kassel. «Learning from Athens» lautet der diesjährige Titel. Aber: was gibt es überhaupt zu lernen? Wie viel Athen steckt in Kassel, wie viel Kassel in Athen? Und: ist die Wanderausstellung ein Modell für die Zukunft?
Von Johannes M. Hedinger

Auf dem Filopappou-Hügel mit Blick auf die Akropolis: Aus Marmor gehauenes Flüchtlingszelt von Rebecca Belmore (Kanada), «Biinjiya’iing Onji [from Inside]» (2017).

DIE DOPPELAUSSTELLUNG DOCUMENTA 14
Die Eule mit umgelegtem Kopf ist das Logo der diesjährigen Documenta. Als Begleiterin von Athene, der Göttin der Weisheit – und Namensgeberin von Griechenlands Hauptstadt –, ist die Eule ein bekanntes Symbol aus der griechischen Mythologie. Über die Jahrhunderte ist ihre symbolische Bedeutung vielschichtiger geworden und wird seit dem Mittelalter auch mit einem negativen Aberglauben assoziiert: die Eule als Symbol für den...
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Auf institutionellen Beinen erst lernt der Liberalismus laufen. Und wird: lebendig.
Von Olivia Kühni
Der Gedanke ist noch immer jung. Er ist revolutionär, explosiv und von solcher Schönheit, dass er mir erst vor wenigen Wochen wieder die Tränen in die Augen trieb. Ich stolperte an einem heissen Sommertag über ein weites Feld gleissend heller Steinplatten, blinzelte, und da stand es geschrieben: «Equal Justice under Law», in riesigen Lettern in die Stirnseite des Supreme Court in Washington gemeisselt. Alle Menschen gleich vor dem Gesetz. Ich musste an Richterin... » Mehr
Suche: Heimat
Von Michael Wiederstein
Er liebt das Nachdenken wie seinen Nächsten, begegnet berechtigter Kritik gern mit Humor und trägt selbst auf Hochzeiten seine alten Turnschuhe. Er schätzt die Indifferenz, die mit der Unteilbarkeit von Freiheit einhergeht, kennt materielle Sicherheit nur vom Hörensagen, hat Freude an Freunden mit unterschiedlichsten Parteibüchern, ausserdem ein Orchideenfach studiert und (trotzdem) schon sein Start-up gegründet. Sein Lebensmotto entlehnt er Goethes... » Mehr
Wie die Liberalen in der Schweiz 1848 den Liberalismus abschafften, und warum die Besinnung auf anarchistische Wurzeln ihnen auch 2017 gut täte.
Von David Dürr

So nonkonform dann aber auch nicht: «Mohawks», photographiert 1998 in Rotterdam von Ari Versluis & Ellie Uyttenbroek. Aus der Reihe «Exactitudes», Nr. 18.

Wenn wir feststellen, dass Exponenten des real gelebten Liberalismus, in der Schweiz etwa der «FDP Die Liberalen», sich vor laufender Kamera stark machen für die Wehrpflicht, für eine staatlich gelenkte Energiestrategie, für eine neue Zuckersteuer, für die Behinderung des interkantonalen Wettbewerbs im Schulwesen oder bei den Finanzen, für den automatischen Informationsaustausch zwischen Banken und Steuerbehörden und für viele weitere staatliche...
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Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Er entwickelt gerade seine ersten Food-Intoleranzen....
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Sonderpublikation: Von der «immer engeren Union» zum «Europa der Clubs»
Von Michael Wohlgemuth
An spektakulären Ideen für die Zukunft der Europäischen Union mangelte es in den letzten Jahren nicht. Woran es haperte, war vielmehr der politische Wille, sich mit den diagnostizierten Fehljustierungen innerhalb des komplizierten Gebildes EU ernsthaft auseinanderzusetzen. Manche dieser Konstruktionsfehler haben – heute für jedermann ersichtlich – der Union, einzelnen Mitgliedsländern und der Idee des europäischen Zusammenhalts gewichtige Schäden...
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Seit Jahren wird über wichtige Reformen der EU nachgedacht und gesprochen – passiert ist stets zu wenig. Es ist deshalb Zeit, auf einen Neuanfang zu setzen. Eine Antwort auf Michael Wohlgemuths Vorschlag zum «Europa der Zukunft».
Von Johannes Richardt
Die Freunde einer «immer engeren» Europäischen Union haben wieder Rückenwind. Nach dem Brexit-Schock im letzten Sommer konnten sich in Österreich, den Niederlanden und schliesslich in Frankreich EU-freundliche Kandidaten bei wichtigen Wahlen durchsetzen. Angesichts der Bedrohung durch «den Populismus» im Inneren, aber auch durch aussenpolitische Unsicherheiten – Stichwort: Trump, aber auch Putin oder Erdoğan – scharen sich gerade in Deutschland... » Mehr
Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier, Sven Millischer

Schweizer Monat / Ausgabe 1046Mai 2017
Von Sven Millischer
Gesichtspunkte für die Lektüre/Blattkritik
Prämisse I Das Wesen einer Monatszeitschrift: Man muss sie nicht lesen, aber man möchte sie lesen. Sprich: Es geht um informativen, geistreichen Lesegenuss. Kür statt Pflicht. Verführung anstatt trockene Kost.
Prämisse II Aus der Rezeptionsforschung, zum Beispiel von Readerscan, ist bekannt, dass Leser intuitiv und innert weniger Millisekunden... » Mehr
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