Schweizer Monat
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Ein historischer Annäherungsversuch
Von Oliver Zimmer

Oliver Zimmer, zvg.

Was ist das überhaupt: Freiheit? Auch wenn wir uns wohl darin einig sind, dass unser Leben ohne Freiheit nicht viel wert wäre – die Frage ist, so allgemein gestellt, kaum zu beantworten. Der Versuch, Freiheit im Stile einer Einkaufsliste zu definieren, muss scheitern. Weil die Freiheit an sich nur in der politischen Semantik existiert – oder in den Erlösungsversprechen totalitärer Gruppierungen –, machen solche blutleeren Definitionsversuche wenig...
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Oder: Von der Freiheit
Von Hans Ulrich Gumbrecht

In Washington tanzen sie den Jitterbug, 1943, photographiert von Esther Bubley / Library of Congress.

Vor ein paar Tagen hörte ich eine junge und offensichtlich sehr intelligente junge Frau bei einer akademischen Feier von «der Befreiung meiner Generation» reden – und wusste wirklich überhaupt nicht, was sie wohl im Sinn haben könnte. «Freiheit» klingt heute wie ein ziemlich altmodisches Wort. Ein Wort, das vor allem in Nationalhymnen auftaucht und dessen immer etwas zu schweres Pathos man über sich ergehen lässt, weil es für Staatsakte...
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Im Aufbau der Eidgenossenschaft bildet die politische Gemeinde die kleinste, dem einzelnen Bürger am nächsten stehende Einheit. Hier hat Politik Alltagsrelevanz. Hier ist Mitgestaltung der unmittelbaren Lebenswelt möglich. Aber genau hier wird wenig über konkrete Leitplanken liberaler Politik und ihrer Praxis nachgedacht.
Von David Dubach

Stich von Heinrich Brupbacher (1758–1835): Oetikon Stäfa. 1794. Aus: Heinrich Brupbacher - Conrad Ulrich (Hrsg): Der Zürichsee; Verlag Berichthaus, Zürich 1966. Gemeinfrei.

Adolf Gassers Hauptwerk «Gemeindefreiheit als Rettung Europas», erschienen 1947 in Basel, war der vielleicht letzte erfolgreiche Versuch, den Handlungsrahmen einer liberalen Kommunalpolitik zu definieren und diese in einen zeitlosen Kontext zu stellen. Gerade heute sind diese Überlegungen wertvoll. Denn der Kern einer gesunden Demokratie war für Gasser die «freie Gemeinde». In ihr und der ihr eigenen Übersichtlichkeit erkannte der Historiker das...
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I was too ignorant to be fearful, so I muddled into the next step! From Wichita via Pasadena to Harvard and Stockholm: about Fortuna's role in the life of a Noble Prize Laureate.
Von Vernon L. Smith
I believe we are all shaped by external events over which we have no control. In that sense we are all the product of luck. But that does not mean that we are entirely determined by luck. Frank Sinatra used to sing: I Did It My Way. It was popular because people like to believe they are in control; surely a healthy belief, if confidence helps you to overcome adversity, but it is well to pause and count your blessings.
Some call it luck, others call it Providence, and that points to the mystery...
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What people do for money
Von Johannes M. Hedinger
Die Wanderbiennale Manifesta gilt inzwischen neben der Biennale in Venedig und der documenta in Kassel als eine der bedeutendsten europäischen Kunstveranstaltungen. Die elfte Durchführung macht diesen Sommer Zürich zum Zentrum der zeitgenössischen Kunst: Noch bis zum 18. September sind rund 250 Werke von 130 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen, die thematisch um den Sinn und Stellenwert der Arbeit für unser Leben kreisen.
Johannes M. Hedinger hat die...
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Künstler beim Bestatter, Hundesalons in Galerien und ein Gruselopa in der Edelklinik – die Manifesta 11 machtʼs möglich. Aber: hat Zürich diese Art der künstlerischen Strukturförderung wirklich nötig? Einsichten aus dem Kuratorium und der Geschichte einer Wanderbiennale.
Von Jörg Scheller

Michel Houellebecq, photographiert von Livio Baumgartner / Manifesta 11.

Manifesta? Klingt nach einer Zeit, da obskure Avantgardekünstler Manifeste verfassten, in denen sie die Museen verfluchten oder sich in suprematistische Parallelwelten raunten. Aber: weit gefehlt. Mit der Ära der heroischen und radikalen Avantgarden um 1900 hat die seit 1996 existierende Ausstellungsreihe nichts zu tun. Nicht das Manifest, sondern dessen weitaus nüchternerer Wortstamm «manifestare», auf Deutsch: «sichtbar» oder «handgreiflich...
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Von Christian P. Hoffmann
Politische Gemeinschaften haben einen gewissen Charme, keine Frage. In der Gemeinschaft fühlt man sich stark. Nach aussen wird ein selbstbewusstes Auftreten möglich – schliesslich sind auch andere Gemeinschaften gross und da will man auf Augenhöhe spielen. Gemeinsame Regeln erleichtern den Austausch – von Waren, Kapital und Bürgern. Gemeinsame Währungen erleichtern das Umrechnen. Gemeinsame Regierungsinstitutionen reduzieren die Wahrscheinlichkeit... » Mehr
Welche Stärken der Schweiz dienen der künftigen Landesverteidigung? Früher war es die Unberechenbarkeit des Terrains. Heute der Erfindergeist. Wer über die Armee der Zukunft nachdenkt, sollte deshalb nach Kalifornien schauen. Und nach Dübendorf.
Von Moritz Zander

Der Atlas Unplugged Roboter, von Boston Dynamics im Auftrag der US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) entwickelt, ist batteriebetrieben und soll auf Katastrophenplätzen eingesetzt werden, die Menschen unzugänglich sind. Bild: Worcester Polytechnic Institute.

In Dübendorf soll Grosses entstehen. Nach über hundert Jahren Militäraviatik will die Gemeinde im Zürcher Glatttal das Gelände des ehemals grössten Armeeflugplatzes in einen Innovationspark umzonen. Es soll ein Nukleus für Forschung und Entwicklung in den Gebieten Life Sciences, Engineering & Environment und Digital Technologies entstehen. Kanton, ETH und Zürcher Kantonalbank übernehmen die Trägerschaft. Investieren und forschen sollen...
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Was Sie schon immer über den bürgerlichen Schulterschluss wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.
Von Florian Rittmeyer, Michael Wiederstein
Der sogenannte «Bürgerblock» – was ist bzw. was war das?
Bis in die 1990er Jahre dominierte in der Schweiz auf nationaler und kantonaler Ebene eine Art Kartell sogenannt bürgerlicher Parteien. Das Attribut «bürgerlich» dient dabei – je nach politischer Position – als Diskreditierung oder positive Selbstbezeichnung. In der Nachkriegszeit war die Zusammenarbeit zwischen bürgerlichen Parteien geprägt von wenig Konflikten und viel... » Mehr
Die bürgerliche Zusammenarbeit und ihre fiskalpolitischen Problemzonen.
Von Fabian Schnell
Die letzten eidgenössischen Wahlen haben die Mehrheiten im Parlament – für Schweizer Verhältnisse – gehörig durchgerüttelt. Vom «Rechtsrutsch» war die Rede, von «drohendem Staatsabbau» und einziehender «sozialer Kälte». Manch einer im bürgerlichen Lager reibt sich ob dieser Aussichten wohl bereits die Hände, einzig: Ihnen und allen bereits heute über den «sozialen Kahlschlag» der Zukunft... » Mehr
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