Schweizer Monat
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Bis zum Jahr 2030 fehlen im Land rund eine halbe Million Fachkräfte.
Der technologische Wandel verschärft das Problem zusätzlich.
Kann die Schweiz noch rechtzeitig reagieren?
Von Michael Wiederstein, Nicole Burth Tschudi

Nicole Burth Tschudi, zvg.

Frau Burth Tschudi, beginnen wir historisch: bis in die ersten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts mussten unzählige Menschen die vergleichsweise arme Schweiz auf der Suche nach Arbeit verlassen. Heute jedoch ist die Schweiz ein prosperierendes Land, das seit Jahrzehnten Arbeitskräfte und Ideen importiert, weil sie – wie die meisten Länder der Welt – im wirtschaftlich wachsenden Umfeld den Bedarf nicht aus eigener Kraft decken kann. Der Lebensstandard ist enorm...
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Bürgerliche Regierungsparteien empören sich über unnötige Regulierungen, die sie nicht selten selbst verursacht haben. Ein Besuch bei der Legislative.
Von Ronnie Grob

Die neuen Deklarationsvorschriften des Lebensmittelgesetzes verlangen nun auch Angaben zu Allergenen im Offenverkauf. Für die englischen Touristinnen in der Schweiz von 1952 würden diese ab dem 1. Mai 2017 lauten: «Caution: This ananas contains ananas.» Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_M01-0981-0004 / CC BY-SA 4.0

«Je verdorbener der Staat, desto mehr Gesetze hat er.» – Publius Cornelius Tacitus, römischer Historiker
Bundesrat Johann Schneider-Ammann brachte es kürzlich in einem Interview mit der NZZ auf den Punkt: «Wir reden zwar von Deregulierung und Bürokratieabbau, aber wir machen genau das Gegenteil. Pro Woche produzieren wir 140 A4-Seiten zusätzliche Vorschriften. Das ist eine Fehlentwicklung.» Eine Fehlentwicklung, korrekt. Sie sollte beim...
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Scheitern ist verpönt – politisch wie pädagogisch. Dabei sind es Misserfolge, die Wachstum erst ermöglichen.
Von Steven Horwitz
Scheitern hat heutzutage keinen guten Ruf. In der Welt des 21. Jahrhunderts breitet sich zunehmend die Überzeugung aus, Misserfolge müssten um jeden Preis vermieden werden. Das lässt sich auf verschiedenen Ebenen beobachten, im Öffentlichen wie im Privaten. Im privaten Bereich gibt es heute immer mehr Eltern, die ihre Kinder möglichst von jedem Risiko fernhalten und die sie aus schwierigen Situationen gleich herausreden, sollten sie mal scheitern. Genau diese Rolle wird...
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Die Gesellschaft pflegt einen zunehmend intoleranten Umgang mit Fehlern von Politikern und Wirtschaftsführern. Gedanken zur heutigen Fehler(un)kultur.
Von Gabi Huber
In unserer Gesellschaft lässt sich seit einigen Jahren eine abnehmende Toleranz gegenüber Fehltritten von Exponenten aus Wirtschaft und Politik beobachten. Wird ein solcher Fehltritt bekannt, folgen sofort Skandalrufe, die Forderung nach Nulltoleranz, der Aufruf zu Rücktritt, Abgabe aller Ämter und Parteiausschluss.
Befeuert wird der Trend von der Bereitschaft – um nicht zu sagen vom Geschäftsmodell – der Medien zu skandalisieren. Mit täglich neuen... » Mehr
Short Story von Lionel Shriver
Übersetzt aus dem Englischen von Gesine Schröder
Mit Illustrationen von Wojtek Klimek
Von Lionel Shriver
Liebe Sarah,
bitte entschuldige, dass ich dir so förmlich schreibe, aber ich fürchte, das hier kann ich nicht bei einem Glas Wein mit dir besprechen, allein schon, weil mir selbst noch nicht klar ist, was ich sagen will.
Du sollst wissen, wie viel unsere Freundschaft mir bedeutet. Als wir alle uns kennenlernten, bei der Wandertour durch die Wüste Sinai, war uns zwei Paaren gemeinsam, dass wir uns nie beschwerten. Andere jammerten pausenlos über das Essen und die Hitze,...
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Während viele Menschen den Absturz fürchten, wird er im Silicon Valley zelebriert. Das ignoriere die Sehnsucht der Menschen nach Stabilität, sagt ein Kulturphilosoph aus Stanford.
Von Sarah Pines, Robert Pogue Harrison
Herr Pogue Harrison, das gegenwärtige Siliziumzeitalter ist ein Zeitalter der rasanten Veränderung. Kann der permanente Drang zum Neuen, der vom Silicon Valley ausgeht, die Welt retten?
 Das Silicon Valley will die Welt nicht retten, sondern verändern. Nur setzt man hier Veränderung fälschlicherweise mit mehr Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Weltverbesserung gleich. Ich glaube jedoch, dass permanente Umwälzungen durch das Neue genau das Gegenteil von...
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Man tut etwas, von dem man weiss, dass es schieflaufen könnte, macht es trotzdem, es läuft tatsächlich schief – ja, und dann?
Von Gina Bucher
Das Scheitern ist zurzeit sehr in Mode. Tech-Unternehmer feiern ihr eigenes Versagen an sogenannten «Fuck-up-Nights», junge Start-up-Gründer werden ermuntert, Fehler als Chance zu sehen, und Menschen, die nach einem Sturz stark wieder aufstehen, werden enthusiastisch beklatscht. Doch das betrifft nur ein Scheitern, das schliesslich doch in eine Erfindung, eine positive Überraschung oder ins Glück mündete. Scheitern, das kapitalisiert oder konstruktiv genutzt wird.... » Mehr
Wie Fake News und Desinformation funktionieren – und wie eine freiheitliche Gesellschaft damit umgehen könnte.
Von Stephan Russ-Mohl
Nach dem Mord an einer Studentin in Freiburg kursierte im Netz ein vermeintliches Zitat der deutschen Grünen-Politikerin Renate Künast, wonach der Täter, ein «traumatisierter Flüchtling», «zwar getötet» habe, man «ihm aber jetzt trotzdem helfen» müsse. Innerhalb eines Tages bekam die Meldung gut 4000 Emotionen auf Facebook, vor allem wütende, und wurde 4500-mal geteilt. Die Meldung, Papst Franziskus empfehle Donald Trump zur...
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Der Ökonom Max Roser sammelt alle Daten zur Entwicklung der Welt und baut daraus Grafiken, die jeder versteht. Nur auf lange Frist werde sichtbar, wie sehr das Leben der Menschen sich verändere, sagt er.
Von Olivia Kühni, Max Roser

Max Roser, photographiert von Moses Fuad.

Es ist, als würde er täglich ein Licht anzünden. Die Kurvendiagramme und Tabellen, mit denen Max Roser seit zwei Jahren die Netzwelt versorgt, sind so klar und schön, dass sie auch Laien begeistern. Das sollen sie auch. «Wir brauchen Statistik», schreibt Roser auf seiner Webseite, «um wirklich zu verstehen, wo wir herkommen.»
Roser gehört zu einer neuen Generation von Ökonomen. Er stellt die Empirie über die Lehrbücher, er vernetzt...
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Die Schweiz ist stabil und sorgt für Rechts-, Handels- und soziale Sicherheit.
Die hohe Eigenständigkeit der Gemeinden und Kantone macht’s möglich.
Wer sie untergräbt, setzt die Zukunft aufs Spiel.
Von Christoph A. Schaltegger, Christian Frey, Lukas A. Schmid

Lukas A. Schmid, Christian Frey und Christoph A. Schaltegger, photographiert von Thomas Burla.

Kleine und mittlere Unternehmen stellen in der Schweiz rund 68 Prozent aller Arbeitsplätze. Zum Vergleich: in Deutschland beträgt dieser Wert 45, in Österreich 50 und in Frankreich 52 Prozent1.  Gleichzeitig sind hierzulande aber auch viele produktive und innovative Grossunternehmen beheimatet – mit entsprechendem Erfolg auf den Weltmärkten. Über zahllose Dienstleistungs- und Zulieferbeziehungen verbinden sich die wirtschaftlichen Akteure in einer...
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Der hiesige Umgang mit Risikokapital ist ein Fiasko für Unternehmen an der Spitze des technischen Fortschritts.
Von Henri B. Meier
Ein Arbeitsplatz ist, das bestätigen Umfragen zu diesem Thema regelmässig, so ziemlich das Wichtigste für Herrn und Frau Schweizer. Und jede Statistik, die den Arbeitsmarkt des Landes untersucht, zeigt: kleine und mittlere Unternehmen sind hierzulande die wichtigsten Arbeitgeber. Da regelmässig auch KMU verschwinden, müsste der Gründung von Jungunternehmen aktuell höchste Priorität eingeräumt werden, mithin vor allem solchen, die eine Zukunft haben im... » Mehr
Rearistokratisierung, Starkult und harte Konkurrenz:
Was bleibt, wenn der autonome Künstler, sein Werk und Ideal Geschichte sind?
Von Johannes M. Hedinger

Wolfgang Ullrich, photographiert von Christoph Busse / Visum.

Wolfgang, was macht die Kunst?
 Sie zerstiebt in alle Richtungen. Und diffundiert langsam in andere Bereiche unserer Gesellschaft.
Optimistisch interpretiert bedeutet das: Kunst ist überall. Pessimistisch ausgelegt: Kunst verschwindet.
 Wir leben heute in einer Welt, in der Kunst sich immer mehr an andere kreative Berufe annähert, den Designer, den Architekten, den Regisseur, den Modemacher. Die sind alle strukturell ähnlich organisiert. Da droht tatsächlich der...
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Niko Stoifberg ist Autor und Journalist in Luzern. Christina Baeriswyl arbeitet als Artdirectrice und Illustratorin in Zürich. Ihre Cartoons erscheinen erstmals und exklusiv im Schweizer Monat.


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