Schweizer Monat
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Die digitalen Annehmlichkeiten der Moderne halten uns von unliebsamen Menschen und Ideen fern, rauben uns den Fokus und gaukeln die Möglichkeit eines Lebens ohne echte Konflikte vor. Das Ergebnis: wir stumpfen ab. Plädoyer gegen das unmündige Leben in seichter Harmonie.
Von Sherry Turkle

Sherry Turkle, photographiert von Joe Tabacca / Polaris / laif.

Als ich 1976 ans MIT kam, als Doktor der Soziologie, eine Humanistin unter Hackern, fand ich mich hineingezogen in die Geschichte einer Generation und der sie kennzeichnenden Technologie. Es faszinierte mich zu erleben, wie Technologie nicht nur unser Tun, sondern vielmehr auch unser Sein verändert. Ich ging dieser Geschichte nach: von den ersten PC bis zum Aufkommen von Social Media und Sociable Robots. Diese so unterschiedlichen Technologien – quasi die Kronjuwelen der digitalen...
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Erkenne dich selbst – das war einmal. Im Datenzeitalter werden unsere Probleme von Algorithmen gelöst.
Von Yuval Noah Harari

Yuval Noah Harari, photographiert von Bram Budel / Visum.

Über Jahrtausende hinweg glaubte der Mensch, alle Autorität komme von den Göttern; in der Neuzeit dann sorgte der Humanismus für eine allmähliche Verlagerung der Autorität weg von den Göttern hin zu uns Menschen selbst. Jean-Jacques Rousseau resümierte diese Revolution 1762 in seinem pädagogischen Traktat «Émile oder Über die Erziehung». Auf der Suche nach den Verhaltensregeln für das eigene Leben fand Rousseau diese...
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Der bekannteste KI-Forscher der Schweiz glaubt: Künstliche Intelligenzen werden in nicht allzu ferner Zeit das Universum kolonisieren und uns, ihre Schöpfer, hinter sich lassen.
Von Michael Wiederstein, Jürgen Schmidhuber

Jürgen Schmidhuber, photographiert von Eleana Hegerich / Wort und Bild Verlag.

Herr Schmidhuber, zur Vorbereitung dieses Interviews habe ich mir viele ihrer Wortmeldungen und Publikationen angeschaut: Sie geben sich alle Mühe, auch dem Laien zu erklären, was künstliche Intelligenz (KI) alles kann – und können wird. Eine Frage hat mich nach der stundenlangen Recherche deshalb besonders umgetrieben: Wann nimmt mir eine KI diese Arbeit im Vorfeld von Begegnungen mit Wissenschaftern, deren Tätigkeit mir bisher rein gar nichts sagte, ab?Das...
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Künstliche Intelligenzen werden aktuell entweder als Abbildung des menschlichen Bewusstseins in der Maschine vergöttlicht oder als radikaler Antihumanismus verteufelt. Beides ist falsch. Ein Einwurf aus der Praxis.
Von Jobst Landgrebe
Es lassen sich derzeit drei prominente Bewertungsmuster hinsichtlich der Fähigkeiten und Gefahren künstlicher Intelligenzen (KI) unterscheiden. Da sind zunächst die geisteswissenschaftlichen Radikalkritiker wie Éric Sadin: Der Philosoph und seinesgleichen gehen davon aus, dass Maschinen selbstlernend und vor allem mit Entscheidungsfähigkeit und Urteilskraft versehen sind. Sie leiten daraus bedrohlich wirkende Thesen ab, etwa die, dass ganze Lebensbereiche durch KI... » Mehr
Das Internet stürzt auch den Islam in eine Krise. Wenn er überleben will, muss er sich reformieren.
Von Kacem El Ghazzali

Kacem El Ghazzali, photographiert von Michael Wiederstein.

Die Forderung nach einer Reform des Islams ist inzwischen universal geworden. Es ist fast so, als würde sich alle Welt an die Muslime wenden und sagen: Bitte reformiert eure Religion, damit wir in Frieden leben können. Angesichts des islamistischen Terrors, der mittlerweile viel Tod und Leid auf den Strassen Europas verursacht hat, ist dies eine legitime Forderung.
Sicherheitspolitisch ist zudem inzwischen klar geworden, dass der Sieg über Bewegungen wie Al-Qaida, Boko Haram und...
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Viele Menschen sind überzeugt: Die Aufklärung verdanken wir der Reformation. Stimmt nicht, sagt Historiker Bernd Roeck. Das ist eine wichtige Erkenntnis für aktuelle politische Kämpfe.
Von Bernd Roeck, Olivia Kühni

Bernd Roeck, photographiert von Michael Wiederstein.

Herr Roeck, Sie hinterfragen die Ansicht, dass Europa Aufklärung und Wissenschaft der Reformation verdanke. Warum?Ich sehe das sehr skeptisch, ja. Sie hat durchaus dazu beigetragen, aber anders, als man oft denkt. Wir verdanken in Europa die Trennung von Kirche und Staat nicht zuletzt den Schrecken des 30jährigen Krieges. Die Erfahrung des Krieges trug dazu bei, dass sich nach 1648 die Einsicht durchsetzte, es gelte Religion fortan von der Politik fernzuhalten. Das war eine –...
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Die US-amerikanische Demokratie sei kaputt, sagt der Politikwissenschafter Parag Khanna. Er schlägt als Alternative eine «direkte Technokratie» vor. Eines seiner Vorbilder: die Schweiz.
Von Lukas Leuzinger, Parag Khanna

Parag Khanna, photographiert von Peter Boer / Visum.

Herr Khanna, Ihr jüngstes Buch trägt den Titel «Jenseits von Demokratie». Haben Sie die Absicht, sich Feinde zu machen?(Lacht) Nein. Ich habe das Manuskript des Buches vor zwei Jahren abgeschlossen, es ist also weder durch die Brexit-Abstimmung noch durch die Wahl von Donald Trump beeinflusst. Das Buch ist auch nicht parteipolitisch oder ideologisch motiviert, sondern allein von der Frage geleitet, wie Regierungen mit den veränderten Bedingungen unserer heutigen Welt...
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Kurzgeschichte von Stuart Evers.
Aus dem Englischen übersetzt von Anna-Christin Kramer.
Mit Illustrationen von Johan Keslassy.
Von Stuart Evers
Die dritte Hotelsuite des Tages überblickte den Hafen im Westen. Das Panoramafenster gab den Blick frei auf die Boote und Yachten in der Marina, im Hintergrund ragten die Minarette und Telefonmasten der Altstadt auf. Keine Vorhänge oder Jalousien, stattdessen ein in die Wand eingelassenes Bedienfeld. Routh tippte ein Icon an, und die Boote und Kuppeln verschwanden. Er tippte noch einmal darauf, und Minarette und Telefonmasten kamen wieder zum Vorschein. Da, weg, ein langsam blinzelndes...
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Redaktionsretraite auf der Capanna dʼEfra
Von Michael Wiederstein

Rasiva, Monte Zucchero und Corona di Redorta im Gegenlicht des Sonnenuntergangs über der Capanna d’Efra, photographiert von Michael Wiederstein.

Steine. Flechten. Noch mehr Steine. Trockenes Gras. Kraut. Weiter unten das Glitzern eines Bergsees, etwas Wind. Als am frühen Nachmittag das Flattern der Fahne, die wir schon während des mehrstündigen Aufstiegs vom Talboden aus sehen konnten, endlich auch zu hören ist, haben wir die Capanna dʼEfra beinahe erreicht. Mehrere Stunden, einige Wasserfallbecken, viele Schweisstropfen weiter unten sind wir in Frasco aus dem Postbus gestiegen, um für einige Tage unseren...
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Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Im Rückblick ist es mir ein Rätsel, wie ich es 10 Stunden lang mit Robert aushalten konnte....
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Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik jeweils online.
Von Gaudenz Looser, Edith Hollenstein, Peter Hartmeier, Sven Millischer, Manuela Stier, Lucia Waldner
Schweizer Monat / Ausgabe 1048Juli/August 2017
Von Lucia Waldner
Ich wünsche dem «Schweizer Monat», dass jede Ausgabe sichtbare Spuren der Neugier und Freude trägt, wie mein Exemplar der diesjährigen Sommerausgabe. Das Magazin war zwei Wochen lang stets an meiner Seite, sei es bei stressigen Zugfahrten oder beim entspannten Sonntagsfrühstück. Zu Beginn habe ich mich etwas vor dieser Lektüre gedrückt – die Titelseite mit dem vortragenden...
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