Schweizer Monat
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Das sich selbst organisierende Lagos funktioniert völlig anders als das durchgeplante Zürich. Genau darum können europäische Stadtentwickler von der nigerianischen Metropole lernen. Gedanken zum Städtebau der Zukunft.
Von Fabienne Hoelzel

Strassenszene in Lagos, Nigeria, photographiert von Logo Oluwamuyiwa. Mit seinem Projekt «Monochrome Lagos» hat er sich zum Ziel gesetzt, seine Stadt in Form von Photographien und Literatur zu entdecken – und zu archivieren. Mehr unter: www.monochromelagos.com.

Lagos, Nigeria, Westafrika, ist so verschieden von Zürich, Schweiz, Westeuropa, wie es eine Stadt nur sein kann. Es ist weniger die schiere Grösse, die die nigerianische Metropole von der Schweizer Limmatstadt unterscheidet, als das niemals endende geschäftige Treiben. Es wird gekauft, verkauft, gehandelt, verladen und ausgeladen. «Business Opportunities» so weit das Auge reicht: Fliegende Barbiere und Automechaniker bieten ihre Dienste neben Frauen und Männern...
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Städte beanspruchen eine dominante Rolle in der globalen Politik – das bietet die Chance, Probleme zu lösen, an denen Nationalstaaten scheitern.
Von Parag Khanna, Michele Acuto

Illustration: Stephan Schmitz

Wollte man versuchen, das 21. Jahrhundert auf einen Haupttrend zu beschränken, käme dafür nur ein Kandidat in Frage: die Urbanisierung. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. In den Medien wird vor allem die Frage diskutiert, welche Auswirkungen dieser Prozess auf das weltweite Wirtschaftswachstum haben wird. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass die Urbanisierung einen ebenso nachhaltigen Einfluss auf die...
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Die Europäische Union ist gezwungen, auf den Austritt Grossbritanniens zu reagieren. Zur politischen Einigung beschwört man weiterhin die sogenannte «europäische Identität». Doch existiert überhaupt ein gemeinsames, europäisches Gefühl? Einer der renommiertesten britischen Historiker glaubt: Nein.
Von David Abulafia

Die neuen Perspektiven der Europäischen Union: Ockendons, Grafschaft Essex, Grossbritannien, Juni 2016. Photographiert von Daniel Biskup / laif.

Der Titel dieses Essays ist schamlos inspiriert von dem kürzlich erschienenen Buch «Imagining Europe: Myth, Memory, and Identity»1. Die in New York ansässigen Autoren gehen, so viel vorweg, nicht davon aus, dass es so etwas wie eine gemeinsame europäische Identität seit Jahrhunderten gibt. Stattdessen fragen sie, wie eine solche Identität in Zukunft geschaffen werden könnte, und ihre Prämisse ist es, dass eine solche Identität geschaffen werden...
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Kurzgeschichte von Marlon James Übersetzt von Anke Caroline Burger. Mit Illustrationen von Wojtek Klimek
Von Anke Caroline Burger, Wojtek Klimek, Marlon James

Illustrationen von Wojtek Klimek

Che Guevara, auf der Titelseite der Abendzeitung, aufgedunsen, oben ohne, tot. Mehrere Männer umstanden ihn, alle in Uniform, keiner davon tot, keiner wirklich ein Mann, allesamt Jungs mit Maschinengewehren, die sie wie einen Phallus hochhielten. Keiner der Jungs auf dem Foto konnte beweisen, dass er den entscheidenden Schuss abgefeuert hatte, aber alle behaupteten es. Andere waren nicht auf dem Foto, auch nicht in der Kaserne, noch nicht mal in der Gegend, behaupteten es aber trotzdem....
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Von Christian P. Hoffmann
Der Populismus ist auf dem Vormarsch. Trump, Sanders, Farage, Hofer, Grillo, Le Pen, Varoufakis… die Liste der lautstarken Anti-Establishmentarier von links und rechts wird länger, ihre Wahlerfolge beeindruckender. Die staatstragende Mitte schmilzt. Politiker, Journalisten und Intellektuelle reagieren erbost und verängstigt. In den Salons unserer Metropolen fragt man sich: Spinnen denn plötzlich alle? Wie kommen Bürger nur darauf, jenen Provokateuren zu folgen, die vor... » Mehr
Von Nadine Jürgensen
In den letzten Wochen häuften sich Diskussionen darüber, wie Frauen öffentlich dargestellt werden. Verantwortlich dafür waren Rio 2016 und wohl auch das Sommerloch, aber der Reihe nach: «10vor10» vergibt Daniela Lagers Moderatorenposten. Das veranlasste die «Schweiz am Sonntag» zu einem Bericht über eine Kandidatin im offenen Rennen, Patrizia Laeri. Das einzige Attribut, mit dem die langjährige Wirtschaftsjournalistin darin versehen wurde,... » Mehr
Von James Buchanan

James M. Buchanan, 2010, Atlas Network / CC BY-SA 3.0.

Der Titel dieses Textes verweist auf einen der berühmtesten und bekanntesten Essays Friedrich August von Hayeks unter dem Titel «Warum ich kein Konservativer bin», den er seiner 1960 veröffentlichten Abhandlung «Die Verfassung der Freiheit» als Anhang beigefügt hat. Hayek empfand es als notwendig, seinen Anspruch darauf anzumelden, als klassischer Liberaler identifiziert zu werden, und dabei zugleich auch der Vereinnahmung des Begriffs «liberal»...
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Diese Frage stellen sich Liberale in Europa und den USA aktuell wieder vermehrt – die politische Realität zwingt sie dazu. Aber: eine Antwort ist nicht möglich, ohne zu eruieren, was Konservatismus überhaupt ist. Eine Untersuchung.
Von Francis Cheneval

Francis Cheneval, zvg.

Friedrich von Hayek bezeichnete den Konservatismus in seinem Buch «Die Verfassung der Freiheit» (1960) als legitime, wahrscheinlich notwendige und sicher weit verbreitete Oppositionshaltung gegenüber Veränderung. Diese und ähnliche Begriffsbestimmungen anderer Autoren mündeten beim amerikanischen Politikwissenschafter Samuel Huntington schon 1957 in die Kernaussage, der Konservatismus sei eine «positionsabhängige Ideologie» des Status quo. Damit...
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Ein Disput zum Thema Konservatismus und Liberalismus.
Von Jörg Scheller, Marc Jongen
Vorrede: Im März dieses Jahres kam unser langjähriger und sehr geschätzter Autor Jörg Scheller mit einer Idee auf mich zu. Aus seiner Zeit an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, so Scheller, kenne er den Philosophen Marc Jongen persönlich und wolle mit ihm öffentlich diskutieren, nachdem er Jongens Positionen in einem Essay für DIE ZEIT im Januar dieses Jahres kritisiert und Jongen sich per Online-Statement revanchiert hatte. Jongen,... » Mehr
Das Ende des Bargelds kann in verschiedenen europäischen Ländern bereits beobachtet werden. Was nebst der Wertaufbewahrung und Sicherung der Privatsphäre sonst noch alles für das Bargeld und folglich gegen seine Abschaffung spricht, legen Alois Bischofberger und Rudolf Walser dar.
Von Rudolf Walser, Alois Bischofberger
Die Frage nach der Zukunft des Bargeldes ist aktueller denn je. Dies belegen nicht nur die bereits eingeleiteten Massnahmen zur Beschränkung beziehungsweise Abschaffung des Bargeldes in einigen europäischen Ländern, sondern auch die laufende, international intensiv geführte geldpolitische Diskussion. So gibt es in Frankreich, Italien, Spanien und einigen südosteuropäischen Ländern bereits gesetzliche Höchstgrenzen für die Abwicklung von... » Mehr
Roland Bartholet, VR-Präsident BMF AG, Flums
Von Olivia Kühni

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup.

Heute ist das erste Mal, dass wir vom «Monat» einen Unternehmer zu einem Glas Wein einladen – es werden weitere folgen –, und so viel gleich zu Anfang: was für ein Glücksfall. Wir sitzen bei der BMF in Flums auf Sesseln, der Regen rinnt die bodentiefe Fensterfront hinab, dahinter strecken sich die Berge des Sarganserlands, die Häupter mit Nebelschwaden behangen wie mit Girlanden. Schon nur diese Aussicht! Aber darum geht es jetzt nicht, sondern darum, dass...
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«People of the twenty-first century, I congratulate you on your good fortune!»
Von Michael Wiederstein
Nein, ich bin kein Zyniker. Diese Worte, 1994 niedergeschrieben, stammen nicht von mir, sondern von Isaiah Berlin, einem der bedeutendsten liberalen Ideengeschichtler des 20. Jahrhunderts. Er ergänzte: «I regret that I shall not see this brighter future, which I am convinced is coming.»
Berlin hat dieses neue Jahrhundert wirklich nicht mehr erlebt. Sein begründeter Optimismus aber hat ganze Generationen von freiheitlich denkenden Menschen angesteckt, nicht zuletzt den... » Mehr
Die SRG versteht es, das Beste aus zwei Welten zu vereinen: Sie gibt sich unternehmerisch, schluckt aber jedes Jahr 1,2 Milliarden Franken Gebührengelder. Aufkommende Kritik lächelt sie weg. Die Chancen sind gross, dass das auch weiterhin so bleibt.
Von Gerhard Pfister
Es war eine dieser Veranstaltungen, an denen es um Medienpolitik, die SRG und die privaten Verleger ging. Der Gesprächsleiter stellte mich vor als Person, die sich vom SRG-Freund zum SRG-Kritiker gewandelt habe. Ich habe das seinerzeit nicht gleich dementiert, ich will aber diese Zeilen dazu nutzen, sie richtigzustellen, das heisst: weder ganz zu dementieren noch völlig zu bestätigen.
Ich war und bin weder Freund noch Gegner dieser Institution. Beides käme mir eher... » Mehr
Im Schweizer Medienbetrieb zanken alle nur noch um öffentliche Gelder, die Privaten eingeschlossen. Weshalb wir den Geldfluss einschränken oder umlenken müssen, um die Debatte neu zu beleben.
Von Selina Hofstetter

Selina Hofstetter, photographiert von Shendrew S. Balendran.

Die SRG, letztlich das grösste Medienhaus der Schweiz, vertritt auf dem Schweizer Medienmarkt eine zunehmend dominantere Position. Nun könnte man glauben, die privaten Anbieter würden sich entschieden gegen diese mediale wie wirtschaftliche Übermacht wehren. Aber nichts dergleichen geschieht. Zu sehr profitieren die privaten Anbieter vom Status quo, garantiert er doch, dass sie sich aufgrund der Gebührenanteile, die sie erhalten, dem Markt nicht ungeschützt...
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Im Aufbau der Eidgenossenschaft bildet die politische Gemeinde die kleinste, dem einzelnen Bürger am nächsten stehende Einheit. Hier hat Politik Alltagsrelevanz. Hier ist Mitgestaltung der unmittelbaren Lebenswelt möglich. Aber genau hier wird wenig über konkrete Leitplanken liberaler Politik und ihrer Praxis nachgedacht.
Von David Dubach

Stich von Heinrich Brupbacher (1758–1835): Oetikon Stäfa. 1794. Aus: Heinrich Brupbacher - Conrad Ulrich (Hrsg): Der Zürichsee; Verlag Berichthaus, Zürich 1966. Gemeinfrei.

Adolf Gassers Hauptwerk «Gemeindefreiheit als Rettung Europas», erschienen 1947 in Basel, war der vielleicht letzte erfolgreiche Versuch, den Handlungsrahmen einer liberalen Kommunalpolitik zu definieren und diese in einen zeitlosen Kontext zu stellen. Gerade heute sind diese Überlegungen wertvoll. Denn der Kern einer gesunden Demokratie war für Gasser die «freie Gemeinde». In ihr und der ihr eigenen Übersichtlichkeit erkannte der Historiker das...
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