Schweizer Monat
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Von Michael Wiederstein
«Ei nein! Meine Herren, es ist kein Gewinn für die Nation, denn hier ist, was man nicht sieht.»  Frédéric Bastiat: «Was man sieht und was man nicht sieht»
Es kommt selten vor, dass aus der SP sinnvolle Vorschläge im Hinblick auf Bürokratieabbau und Effizienz in der Verwaltung an die Öffentlichkeit dringen. Umso erfreulicher ist es, dass SP-Nationalrat Tim Guldimann vor einiger Zeit mit einem Essay auf uns zukam und meinte, dass der... » Mehr
Von Redaktion
Wachsende Papierberge statt Vertrauen
Auf der «Monat»-Redaktion stellen wir präzises Denken über Parteibüchlein – gute Argumente verdienen Anerkennung. Wir haben uns deshalb gefreut, als sich der Zürcher SP-Nationalrat Tim Guldimann diesen Sommer mit einem Text an uns wandte, in dem er den Bürokratiewahn in staatlichen Stellen kritisiert – und dafür das eigene wie auch andere politische Lager verantwortlich macht. Politiker wie Bürger... » Mehr
Die liberale Ideengeschichte ist ein angenehmer Luxus, solange die Kerninstitutionen der freiheitlichen Demokratie breite Unterstützung erfahren. Sind sie aber in Gefahr, ist es höchste Zeit, an ihre Entstehungsgeschichte und ihren Wert zu mahnen.
Von Andrew Sabl

Andrew Sabl, zvg.

Die meisten Theoretiker des Liberalismus, so postuliere ich, finden das Herzstück liberaler Werte an völlig falschen Stellen. Rationalisten – man könnte sie auch moralische Puritaner nennen – beissen sich an der Legitimität und Rechtfertigung des sogenannten Staates fest und verlangen dazu nach einem Konsens, den moderne, vielfältige Gesellschaften in diesem Ausmass gar nicht erreichen können. Klassische Liberale hingegen – mit Hayek als ihrem wohl...
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Staatliche Stellen müssen immer ausführlicher Rechenschaft ablegen über alles, was sie tun. Mehr Vertrauen und Eigenverantwortung sowie eine offene Fehlerkultur würden der Effizienz mehr dienen.
Von Tim Guldimann

Tim Guldimann, photographiert von Marcus Höhn / laif.

Vor rund einem Jahr diskutierten wir in der aussenpolitischen Kommission des Nationalrates über die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz und über einen entsprechenden Rahmenkredit von über 11 Milliarden Franken für die Jahre 2017 – 2020. Natürlich war ich dafür und habe am Ende für den höchstmöglichen Kredit gestimmt. Doch zuvor litt ich: der Bundesrat legte dem Parlament einen 458 Seiten langen Bericht vor. Ich glaube, ich war der einzige...
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Wie haben sich die Gemeindebudgets in den letzten fünfzig Jahren verändert? Ein Gespräch mit den Finanzvorstehern von Dietikon (ZH) und Riehen (BS).
Von Ronnie Grob, Rolf Schaeren, Christoph Bürgenmeier
Meine Herren, vor uns auf dem Tisch liegen die Gemeinderechnungen von Dietikon und Riehen von 1966 und 2016. Was fällt auf?Rolf Schaeren: Die Berichte können nicht so einfach miteinander verglichen werden. Aber ich konnte die entsprechenden Bereiche einander zuweisen und habe die Teuerung berücksichtigt: sie betrug im betrachteten Zeitraum 332,4 Prozent. Am Extremsten angestiegen ist der Nettoaufwand für die Sozialausgaben, nämlich um den Faktor 32: 1966 wurden... » Mehr
Der öffentliche Raum wird zunehmend staatlich reglementiert und kontrolliert. Damit geht eine Freiheit verloren, die sich Bürger blutig erkämpft haben.
Von Fabio Andreotti

Fabio Andreotti, zvg.

Der öffentliche Raum ist einmal mehr im Wandel begriffen. Zu Zeiten der Aufklärung erkämpften sich Bürger das Recht, frei und unbehelligt andere Menschen von ihren Idealen zu überzeugen. Heute sorgen staatliche Eingriffe wieder zunehmend für «geordnete» Zustände. Wie lässt sich diese Entwicklung erklären? Und warum wäre es so essenziell, der unregulierten Öffentlichkeit Sorge zu tragen? Ein kurzer historischer Rückblick...
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110

Zahl des Monats
Von Alexander Fink
110 Jahre sind vergangen, seit die Schweizerische Notenbank im Juni 1907 ihre Tätigkeit aufnahm. Damit ist die Zentralbank der Schweiz älter als das 1913 gegründete Federal Reserve System der USA, sie entstand aber deutlich später als Zentralbanken in Frankreich, Deutschland oder England. Immer wieder liest man, Zentralbanken seien ein Garant für Stabilität – die Schweizer Bankengeschichte lässt auch eine andere Lesart zu: Schon seit den 1820er Jahren... » Mehr
Res publica
Von Nadine Jürgensen
Mit dem Nein des Bundesrats zur Volksinitiative, die 20 Tage Vaterschaftsurlaub fordert, wurde mein altes Lieblingsthema kürzlich wieder auf die Frontseiten gespült. So sehr ich es begrüsse, wenn sich Väter familiär engagieren: auch für mich macht der geforderte Vaterschaftsurlaub wenig Sinn. Meine Argumente sind allerdings andere als die des Bundesrats, der sich hauptsächlich auf die Kosten beruft. Aus meiner Sicht ist ein staatlich finanzierter... » Mehr
Freie Sicht
Von Christian P. Hoffmann
Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu, und damit steht sie wieder an, die Saison der guten Vorsätze. Was soll im neuen Jahr anders und besser werden? Welche Fehler sollen uns nicht mehr unterlaufen? Die letzte US-Präsidentschaftswahl fand zwar nicht in der Adventszeit statt, doch auch sie war begleitet von vielen guten Vorsätzen: Erschrocken angesichts eines völlig unerwarteten Siegers gelobten zahlreiche Journalisten, aus ihrer «Blase» auszubrechen, den Kontakt zu... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
Dich kenn ich! Du bist Papa mit dem falschen Bart!...
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Je freier die Welt wird, desto komplexer wird sie. Leben wir also in Zeiten der unendlichen Möglichkeiten – oder ist doch alles anders? Ein renommierter Soziologe antwortet.
Von Michael Wiederstein, Peter-Ulrich Merz-Benz

Peter-Ulrich Merz-Benz, photographiert von Michael Wiederstein.

Herr Merz-Benz, angesichts steigender Unzufriedenheit mit dem politischen Status quo im sogenannten «Westen»: Stehen wir vor Zeiten sozialer Unrast?Ich würde von Unrast schlechthin, einer Unrast in der gesamten Lebensführung sprechen. Diese ist zuerst Ausdruck einer Wandlung der Kommunikation: Was einmal rationaler Diskurs hiess, im besten Fall Tatsache war oder zumindest angestrebt wurde, wird abgelöst von einer eigentlichen Unkultur des miteinander Umgehens. Wir...
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Patrik Schär, CEO und Co-Gründer Selma Finance
Von Ronnie Grob

Illustration: Matthias Wyler / Studio Sirup.

In der Mittagspause ging es jeweils mit der Seilbahn nach Hause zum Essen auf den Berg, und dann wieder zurück. Patrik Schär ist auf der Rigi aufgewachsen und besuchte die Sekundarschule unten am See in Weggis. Zum ersten Mal mit Start-ups in Berührung kam er in einem Start-up-Bootcamp. Er lernte dort, dass man in Start-ups sehr viel mehr gemeinsam mit dem Kunden macht, ihm auch länger und genauer zuhört. Als er selbst aktiv werden wollte, gründete er eine Social...
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Wortwechsel
Von Karen Horn
«…la millor manera per defensar les conquestes assolides fins avui és l’oposició democràtica a l’aplicació de l’article 155…»  (…die beste Weise, die bisher erreichten Errungenschaften zu verteidigen, ist die demokratische Opposition gegen die Anwendung von Artikel 155…)
 Carles Puigdemont, abgesetzter katalanischer Regierungschef, am 28. Oktober in einer öffentlichen Mitteilung.
 
In dem... » Mehr
Kurzgeschichte von Wallace Stegner
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Richard Barth
Mit Illustrationen von Nico Kast
Von Wallace Stegner
Er fuhr in der früh hereingebrochenen Dunkelheit die verschneite Strasse entlang, die Scheinwerfer zwischen dunklen Mauern aus Bäumen zusammengeduckt, als der Motor ins Stottern geriet, sich wieder erholte, erneut stotterte und dann abstarb. Während der Wagen im Leerlauf einen kleinen Hügel hinabrollte, hantierte er mit dem Choke, doch am Fuss des Hügels musste er das Auto neben einem vom Schneepflug hinterlassenen, fast einen Meter hohen weissen Wall abstellen. Unter...
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Über Wallace Stegner
Von Sacha Verna
«A writer’s writer», eines Schriftstellers Schriftsteller – so nennt man auf Englisch einen Literaten, der von seinesgleichen und einem Kreis von Kennern verehrt wird, aber nie die Bestsellerlisten gestürmt hat. Wallace Stegner (1909–1993) zählt zweifellos zu dieser Kategorie. Das, obschon er in den fünfzig Jahren seiner Karriere die begehrtesten Literaturpreise seines Landes erhielt und an der Stanford-Universität jahrzehntelang einen der... » Mehr
Oder: Warum objektive Berichterstattung ein Mythos ist
Von Redaktion
«Die No-Billag-Initiative zeigt, dass die Beziehung von Journalisten zur Politik viel Diskussionsstoff liefert. Es ist Zeit, diese Debatte zu führen.» Marina Masoni, Präsidentin des Stiftungsrates, Stiftung für Meinungsfreiheit und Medienvielfalt

 
«Wir sind ein politisches Projekt», sagte Susan Boos, die Chefredaktorin der privat finanzierten Wochenzeitung WOZ, kürzlich in der SRF-Sendung «Medienclub». Interessanterweise wagt es... » Mehr
Die grosse Mehrheit der Politiker will die SRG schützen. Die Zukunft privater Medienunternehmen hingegen kümmert sie kaum. Damit gefährden sie publizistische und unternehmerische Vielfalt.
Von Peter Hartmeier

Peter Hartmeier, zvg.

Die SRG verfügt zweifellos über ebenso talentierte wie fleissige Journalisten; wenn sich Talent und Fleiss paaren, entsteht Glaubwürdigkeit. Entsprechend schickt die SRG jetzt ihre glaubwürdigsten Angestellten in den Abstimmungskampf, um das Volk von einem «Ja» zur radikalen No-Billag-Initiative abzuhalten; so beispielsweise Mona Vetsch, die im «Migros-Magazin» vor einer Annahme der Initiative warnt: «Ohne Gebühren gibt es das Schweizer...
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Eine Doktorarbeit über die Nähe von Medienschaffenden zu den Mächtigen löste unter führenden Journalisten heftige Abwehr aus. Das sagt viel über deren Selbstbild.
Von Uwe Krüger

Uwe Krüger, photographiert von Bernd Roeder.

Der Chefredakteur der «Bild»-Zeitung als Vorstandsmitglied der Atlantik-Brücke, eines Vereins für deutsch-amerikanische Freundschaft. Der Aussenpolitik-Ressortleiter der «Süddeutschen Zeitung» als Präsidiumsmitglied der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, einer Lobbyorganisation für die Nato. Der Aussenpolitik-Chef der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» als Beiratsmitglied der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, eines Think...
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Typen, Werte und Zukunftsperspektiven. Wie Medienmacher ticken.
Von Ruth Enzler Denzler, Edgar Schuler
Nein, der Journalismus ist nicht grundsätzlich krank, wie es der Titel dieses Beitrags nahelegen könnte, und auch die Journalisten sind es nicht, jedenfalls nicht generell. In seiner «Psychopathologie des Alltagslebens» von 19041 hatte Sigmund Freud ja alltägliche menschliche Fehlleistungen im Blick: Versprecher, Vergesslichkeit, das Verlegen von Gegenständen. Er deutete diese als rational erklärbare Mechanismen des Unbewussten. Ähnlich, wenn auch... » Mehr
Wie die Schweizer Medien sich im US-Wahlkampf die Agenda diktieren liessen.
Von Tobias Thomas

Tobias Thomas. Bild: Weinwurm (Wien).

Die Berichterstattung der Medien wirkt und hat einen zum Teil erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung und Entscheidungen der Bürger als Konsumenten, Unternehmer oder Wähler. Würden diese Aussage bereits viele vom Gefühl her bejahen, so gibt es in den letzten Jahren immer mehr Forschungsarbeiten, die den Einfluss der Medien mit modernen ökonometrischen Methoden untersuchen. So zeigt sich, dass die Einschätzung der Wirtschaftslage und die wirtschaftlichen Erwartungen...
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Unter dem Damoklesschwert der Initiative «No Billag» ist keine ernsthafte Debatte über den Service public möglich. Vier Szenarien zu den Folgen der Abstimmung.
Von Nina Fargahi

Nina Fargahi, zvg.

Sein oder nicht sein, das ist die Frage. Die Existenzfrage, die sich der SRG in der Abstimmung «No Billag» am 4. März 2018 stellt, könnte knapp entschieden werden. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die Debatte weitgehend am Kern der Vorlage vorbeigeht. Sowohl Befürworter als auch Gegner der Initiative beschäftigen sich vor allem mit inhaltlichen und marktbezogenen Fragen rund um die SRG: Was gehört zum Service public, und was nicht? Die einen erhoffen...
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Man traut dem Bürger nicht mehr zu, ohne öffentliches Radio und Fernsehen vernünftige Entscheide treffen zu können. Eine Widerrede.
Von Ronnie Grob
Die Volksinitiative «No Billag» sieht sich einer gewaltigen Opposition der tonangebenden Bevölkerung gegenüber: der Bundesrat lehnt sie ab, und mit grosser Mehrheit auch die beiden Kammern des Parlaments. Von den nationalen Parteien unterstützt sie bisher nur die Unabhängigkeitspartei «up», die seit Gründung bei allen Wahlen erfolglos angetreten ist. Die Beobachter der Lage, insbesondere jene von bürgerlicher Seite, sind sich sicher, dass sie... » Mehr
Was bringt die Tabula rasa der Volksinitiative «No Billag»?
Von Christian P. Hoffmann
Was, wenn die Legalisierung der Nashornjagd am Ende dazu führt, dass es mehr Nashörner gibt – weil sie nun wertvoller sind und gezüchtet werden? Das «Mephisto-Prinzip» sehen die Autoren Dirk Maxeiner und Michael Miersch in politischen Initiativen, die auf den ersten Blick fragwürdige Anliegen verfolgen, am Ende aber erfreuliche Wirkungen zeitigen. Eine Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft. Gilt dieses Prinzip vielleicht auch für... » Mehr
Das Programm ist die Legitimation der SRG. Mit Privaten wollen wir zusammenarbeiten.
Von Gilles Marchand
Ich bin davon überzeugt, dass neben anderen Institutionen, die die Schweiz einen und das Schweizer Gemeinschaftsgefühl stärken, auch der audiovisuelle Service public für unser Land von grossem Nutzen ist. Dieser Service public muss auf Ausgewogenheit, Vielfalt und Professionalität abzielen. Zwar hält die SRG weder auf Qualität noch auf Kohäsion ein Monopol, aber sie spielt in diesen Bereichen eine Schlüsselrolle.
Unsere Service-public-Haltung sollte... » Mehr
Die Zahlungsbereitschaft der Bürger entspricht in etwa dem SRG-Umfang von 1995.
Von Silvan Amberg
Mit der Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren würde ein Grossteil des heutigen SRG-Budgets wegfallen. Grund genug für die Gegner der Volksinitiative «No Billag», von einer Abschaffung der SRG oder gar von einer «Medienzerschlagungsinitiative» zu sprechen. Tatsächlich ist schwierig zu beurteilen, wie viel der bisherigen Gebührengelder die SRG künftig durch Werbeeinnahmen, Spenden oder Abonnemente kompensieren könnte. Es ist aber... » Mehr
Die No-Billag-Initiative ist kein glaubwürdiger Gegenentwurf zur SRG in ihrer aktuellen Form.
Von Esther Gassler
Das Staatsverständnis in der Schweiz unterscheidet sich grundsätzlich von dem unserer Nachbarn. In unserer langen Geschichte hat sich ein pragmatisches Staatswesen entwickelt, das den Bürgerinnen und Bürgern sehr viel Vertrauen entgegenbringt, sie in wichtige Aufgaben einbindet und ihnen in allen wichtigen Fragen das letzte Wort lässt. Eine unentbehrliche Grundlage für diese direkte Demokratie sind zuverlässige und unabhängige Informationen, auf welche die... » Mehr
Olivia Kühni trifft Daniel Rohr
Von Olivia Kühni

Daniel Rohr als Edgar Allan Poes Erzählerfigur, photographiert von Toni Suter / T + T Fotografie.

Der Mann steht blass auf der Bühne, der Saal schwarz bis auf einen geisterhaften, auf ihn gerichteten Lichtkegel. Ich schwitze auf meinem Theaterstuhl. Es ist, wie so oft in diesem Haus, kein Platz leer geblieben. Ich halte die Luft an und starre nach vorne: Wird er es schaffen? Diesen unfassbar langen, dichten Text, ohne Souffleuse und ohne Netz?
Es ist ein Abend Anfang November, viel zu warm für die Jahreszeit, und Daniel Rohr, der Mann auf der Bühne, begrüsst uns drei...
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